Plastische Chirurgie
Die Zahl der plastischen und ästhetischen Eingriffe ist nach Einschätzungen von Prof. Dr. med. Rolf R. Olbrisch 2004 um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. „Die Nachfrage ist zwar gestiegen, es wurden aber nicht mehr Operationen durchgeführt“, bemerkte der Präsident der Vereinigung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e.V. (VDÄPC) in Berlin. Jährlich nehmen die Plastischen Chirurgen etwa 700 000 Eingriffe vor – 200 000 davon sind ästhetische Korrekturen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auf dem sechsten Platz. Dr. med. Marita Eisenmann-Klein – stellvertretende Generalsekretärin der International Confederation of Plastic Reconstructive and Aesthetic Surgery – zufolge zählen die Gewebeunterfütterung mit Fremdmaterial oder Eigenfett, gefolgt von Injektionen mit Botulinumtoxin und der Fettabsaugung, zu den häufigsten ästhetischen Operationen in Deutschland. Zehn Prozent der Eingriffe erfolgten bei Kindern, allerdings seien dies überwiegend Ohren-OPs. Eisenmann-Klein warb als Mitglied der „Koalition gegen den Schönheitswahn“ – einer Kooperation aus Repräsentanten der Politik, der Kirchen, der Gesellschaft und der Bundesärztekammer – für mehr Toleranz. Schon Kinder würden nach neuesten Ergebnissen aus der sozialpsychologischen Forschung stark nach ihrem Aussehen beurteilt. Hübsche Kinder würden als Spielkameraden bevorzugt und von Lehrern stärker gefördert, berichtete Eisenmann-Klein. Eine Metaanalyse aus 20 Studien, an denen 1 182 Kinder teilnahmen, habe Ähnliches ergeben: 74 Prozent der attraktiven Kinder wird eine akademische Laufbahn zugetraut, unattraktiven nur 26 Prozent. Ein Verbot von Live-Operationen im Fernsehen sei nach ärztlichem Berufsrecht nicht möglich, meinte Olbrisch.
Die Plastischen Chirurgen und die Ästhetisch Plastischen Chirurgen hätten sich jedoch darauf geeinigt, nicht mehr an Live-Operationen teilzunehmen. Zudem habe sich der VDÄPC einem „freiwilligen Werbeverbot“ für Schönheitsoperationen unterworfen. Der Gesetzgeber geht noch einen Schritt weiter: Durch eine Änderung des Heilmittelwerbegesetzes will das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung die Auflagen an die Werbung ähnlich streng halten wie die für Arzneimittel. Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 01.04.2005
Die Plastischen Chirurgen und die Ästhetisch Plastischen Chirurgen hätten sich jedoch darauf geeinigt, nicht mehr an Live-Operationen teilzunehmen. Zudem habe sich der VDÄPC einem „freiwilligen Werbeverbot“ für Schönheitsoperationen unterworfen. Der Gesetzgeber geht noch einen Schritt weiter: Durch eine Änderung des Heilmittelwerbegesetzes will das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung die Auflagen an die Werbung ähnlich streng halten wie die für Arzneimittel. Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 01.04.2005
sil - 14. Mai, 17:46
