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Abgeordnete fordert Verbot von Schönheitsoperation für Jugendliche

Hannover (dpa/lni) - Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann(CDU) hat ein Verbot von Schönheitsoperationen ohne medizinische Indikation an unter 18-Jährigen gefordert. Das müsse im Kinder- und Jugendschutzgesetz verankert werden, sagte Connemann am Donnerstag
auf einem Symposium der Frauen Union in Hannover. Generell müsse die Operationspraxis verbessert werden. Nur Ärzte mit einer Zertifizierung sollten in der ästhetisch-plastischen Chirurgie tätig, gewerbliche Institute rechtlichen Standards unterworfen sein.

Schönheitsoperationen sind auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl solcher Operationen werde jährlich auf mehr als eine Million geschätzt - vorgenommen von Ärzten mit und ohne fachspezifischer Ausbildung, sagte Connemann. Auch die Brustoperation zum Abitur und
die Nasenkorrektur als Geschenk sei längst Realität in Deutschland.
Nach Verbandsangaben gibt es bundesweit im Jahr 360 000
Schönheitsoperationen, davon werden zehn Prozent an Menschen unter 20 Jahre vorgenommen.

Auch die Zulassungspraxis für Ärzte muss laut Connemann geändert werden. Für einen bundesweit eingeführten Titel «Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie» wie in Bayern spricht sich auch die Vizepräsidentin der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgie (VDPC), Marita Eisenmann-Klein, aus. «Bislang kann jeder
Facharzt Schönheitsoperationen vornehmen.»


Ein Mittel gegen den «Schönheitswahn» gibt es nicht. Dafür müssten Werte neu diskutiert werden, sagt Connemann. Dass Schönheitsideale immer existierten, wissen Experten wie die Bremer Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld. Weltweit und durch alle Zeiten haben sich insbesondere Frauen einem Ideal unterworfen. «Das war zwar auch mit Schmerzen verbunden, aber heute sind die fleischlichen Eingriffe drastischer geworden.» Ideale seien
vergänglich, meinte Ebberfeld: Dralle Busen und dünne Schenkel würden irgendwann langweilig.
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Gesundheit/
(Zusammenfassung 1800)
Abgeordnete will Verbot für Schönheitsoperationen an Jugendlichen =

Hannover (dpa/lni) - Schönheitsoperationen sind auch in
Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl solcher Operationen werde jährlich auf mehr als eine Million geschätzt - vorgenommen von Ärzten mit und ohne fachspezifischer Ausbildung, sagte die
Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) am Donnerstag bei einem Symposium der Frauen Union in Hannover. Auch die Brustoperation zum Abitur und die Nasenkorrektur als Geschenk sei längst Realität in
Detschland.

Weil sich immer mehr Jugendliche unters Messer legten, will
Connemann dem einen rechtlichen Riegel vorschieben. «Ich fordere ein Verbot von Schönheitsoperationen für unter 18-Jährige, sofern keine medizinische Indikation besteht.» Ein solches Verbot könne im Kinder- und Jugendschutzgesetz festgelegt werden, sagte Connemann. Bundesweit
gibt es nach Verbandsangaben im Jahr 360 000 Schönheitsoperationen, davon werden zehn Prozent an Menschen unter 20 Jahre vorgenommen.

http://www.krankenkassen.de

Volkssport Schönheitsoperationen

Der Volkssport Schönheitsoperationen

In den USA und China boomt das Geschäft - und auch die Deutschen finden langsam Geschmack daran, ihren Körper dem gängigen Schönheitsideal per Chirurgie ähnlicher zu machen. Unterstützt wird der Trend durch massive Werbekampagnen und TV-Shows, die leider oft verharmlosen, dass es sich auch hier um Operationen mit allen Risiken handelt, an denen man schlimmstenfalls sogar sterben kann. Und so haben Gerichte immer wieder mit Regressforderungen wegen tauber Brustwarzen, nicht mehr schließenden Augenlidern oder verbeulten Bäuchen zu tun. Der Großteil der bei uns durchgeführten Operationen verläuft aber vom medizinischen Standpunkt problemlos, wenn man auch nachher nicht automatisch zufriedener, erfolgreicher und lebensbejahender ist, wie die Werbung glauben macht.

Wer erwägt, sich operativ verschönern zu lassen, sollte sich viel Zeit lassen, sich gut informieren und genau überlegen, was er / sie durch einen derartigen Eingriff wirklich gewinnt. Denn man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich eine Schönheitsoperation nicht rückgängig machen lässt.

Trotzdem: Edgar Biemer, Professor für plastische Chirurgie an der Technischen Universität München, hat insgesamt eine positive Einstellung zu seiner Arbeit: "Schönheitsoperationen als Lifestyleprodukt zwischen Porsche, einem Event in Monte Carlo und einer Reise zu den Seychellen - das ist nicht richtig. Wenn aber jemand einen vernünftigen Grund hat und nicht vollkommen übersteigerte Vorstellungen, finde ich es in Ordnung."

Boom der plastisch-ästethischen Chirurgie




Wer sich vor 20 Jahren zum plastischen Chirurgen begab, der tat das heimlich, still und leise. Heute erklären Patienten dem Fernsehpublikum detailliert ihre körperlichen Schwächen, bevor sie sich vor laufender Kamera unters Messer legen. Schönheitsoperationen sind mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert: 70 Prozent der Bundesbürger finden eine Operation aus rein ästhetischen Gründen prinzipiell in Ordnung. Und so lassen sich etwa 600. 000 Deutsche pro Jahr der Schönheit zuliebe operieren.

Schönheitsoperationen: oft verharmlost

Auch, wenn es in der Werbung anders klingt: Eine Schönheitsoperation ist nicht vergleichbar mit einer Maniküre bei der Kosmetikerin. "Leider werden die Risiken oft klein geredet," bedauert Edgar Biemer, Professor für plastische Chirurgie, "für Fettabsaugungen zum Beispiel wird nach dem Motto "Morgens abgesaugt, abends in die Disko" geworben. Aber gerade bei diesem Eingriff kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Komplikationen; sogar Todesfälle traten auf."

Ärztliche Ethik

Manche finden, es sei nicht die Aufgabe der Ärzte, nur der Ästhetik zu dienen. Edgar Biemer widerspricht: "Die WHO definiert Gesundheit als einen Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Es geht eben nicht allein um das Fehlen von Krankheit und Gebrechen." Allerdings: Sich operieren zu lassen, bis man wie Brad Pitt oder Barbie aussieht, lehnt er ab - Schönheitsoperationen sollten die eigene Persönlichkeit unterstreichen und sich nicht an prominenten Vorlagen orientieren.

Realistische Vorstellungen

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan - das ist die Idealvorstellung mancher Leute, die Rat beim Schönheitschirurgen suchen. "Ich versuche, den Leuten eine realistische Vorstellung zu vermitteln, was sie erwarten können von dem Eingriff und was nicht, " so Edgar Biemer. "Ich zeige ungern Bilder. Wie ein Patient nach einer Schönheitsoperation aussieht, kann man nämlich erst hinterher sagen. Denn das Ergebnis hängt stark vom Individuum ab: Wie sein Körperbau ist, wie die Narben verheilen etc. Vorher-Nachher-Bilder von gelungenen Operationen zu zeigen, ist meiner Ansicht nach eher unseriös."

Vor der Operation steht die Information

Ein seriöser Arzt wird seine Klienten genau aufklären: über die Kosten, über das genaue Vorgehen bei der Operation und vor allen Dingen auch über mögliche Risiken und Komplikationen, sowie die Häufigkeit ihres Auftretens. Oft ist es hilfreich, mehrere ärztliche Meinungen einzuholen und sich auch über unterschiedliche Methoden informieren zu lassen. In jedem Fall sollte man die Entscheidung, ob man einen solchen Eingriff an seinem Körper wirklich vornehmen lassen möchte, in aller Ruhe und nicht von heute auf morgen treffen. Wer sich nur von seiner Umgebung oder seinem Partner dazu gedrängt fühlt, sollte die Finger davon lassen.

Ganz normale Leute

Prof. Biemer: "Der Großteil unserer Patienten sind keine verschreckten Wesen, die Hollywoodstars werden möchten oder massive psychologische Probleme haben, sondern ganz normale gefestigte Personen, die eine bestimmte Schwachstelle behandeln lassen möchten: Etwa ein 56jähriger, der einen Betrieb leitet und seine Hängelieder operieren lassen möchte, um mit seinen jungen Kollegen besser mithalten zu können oder eine Frau, die nach drei Kindern eine Brustkorrektur wünscht, weil sie sich mit der erschlafften Brustdrüse nicht mehr wohl fühlt."
Der Text beruht auf einem Interview mit Prof. Dr. Edgar Biemer.
http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit

Schönheit aus der Spritze

Donnerstag, 21. April 2005
Schönheit aus der Spritze
Der Schnitt gegen sich selbst

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat sich strikt gegen die immer mehr zunehmenden Schönheitsoperationen gewandt. "Eine Schönheitsoperation ist stets auch ein Schnitt gegen sich selbst", sagte Schmidt am Freitag in Berlin bei der Vorstellung einer Aufklärungsbroschüre.

Brigitte Huber, Vize-Chefredakteurin von "Brigitte", sagte unter Berufung auf Verbandsangaben, die Zahl der plastischen Eingriffe habe sich in Deutschland in 15 Jahren auf rund 700.000 mehr als versechsfacht - ein Viertel seien Schönheits-OPs. Die Frauenzeitschrift hat sich im Kampf gegen die Schönheits-Eingriffe auf die Seite Schmidts geschlagen. "Verzerrte Schönheitsnormen" geißelt Huber, den Realitätsverlust vieler teilweise auch immer jüngerer Frauen, die sich von Werbung und Filmen leiten ließen.

Der Weg zur "Schönheit" scheint recht einfach zu sein und führt über eine ganze Palette möglicher Schönheitsoperationen - mit Spritzen, Skalpells, Saugkanülen, Kunststofffäden, Silikon, Lasern oder Chemie-Peelings. Huber zitiert eindrucksvolle Zahlen, die das Institut Emnid repräsentativ für "Brigitte" erhoben hat: 23 Prozent der 30- bis 39-jährigen Frauen würden eine Schönheits-OP machen lassen, wenn sie es sich leisten könnten, ein Viertel will später "auf jeden Fall etwas gegen Falten tun". Während die Schönheitschirurgen immer mehr Menschen unters Messer bekommen, werden Models übrigens immer schmaler: "Wog ein Model früher im Durchschnitt 7 Prozent weniger als normale Frauen, sind es heute 30 Prozent weniger", sagt Huber.

Bis zur Sommerpause will Ulla Schmidt nun das geplante Werbeverbot für Brustvergrößerungen oder Fettabsaugen durchgesetzt haben. Viel mehr kann sie sonst nicht tun - außer aufklären. "Kranke Menschen, die gerne gesund wären, müssen sich unfreiwillig Operationen unterziehen, während gesunde Menschen ihre Gesundheit riskieren", sagt Schmidt. "Wo bleibt die Achtung vor der Gesundheit des Körpers?" Die Ministerin betont auch, die Beitragzahler müssten für eventuelle medizinische Folgekosten der oft riskanten OPs aufkommen.

Hans-Ulrich Steinau, Direktor der Bochumer Uni-Klinik für Plastische Chirurgie, warnt in der neuen Broschüre: "Obwohl die überwiegende Mehrzahl der Patienten die Fettabsaugung ohne Komplikationen übersteht, gibt es mehr und mehr Hinweise auf katastrophale Schäden." Mögliche Komplikationen: Infektionen, Lungenschädigung, Entstellungen. Allein zwischen 1998 und 2002 habe es nach solchen Eingriffen 20 Tote gegeben.

Was treibt die Menschen - vor allem Frauen, zu mehr als einem Zehntel der Fälle aber auch Männer - zu Schönheits-OPs? Die Freiburger Soziologieprofessorin Nina Degele verweist in der Broschüre darauf, dass gutes Aussehen heute auch wichtig ist für die Karriere. "Schön machen wir uns vor allem, weil wir soziale Anerkennung brauchen."


Dass es auch ohne künstliche Verbesserungen geht, belegt Filmstar Franka Potente: "Ich habe schon super Rollen gespielt, ohne große Brüste", sagt sie. Und: "Erfolgreiche Schauspielerinnen wie Nicole Kidman, Cameron Diaz oder Kim Cattrall haben zum Beispiel eher kleine Brüste." Ministerin Schmidt übrigens hegt starke Zweifel, dass der Weg zur Schönheit überhaupt über Messer und Nadel führt. "Viele, die Eingriffe vornehmen lassen, sehen hinterher nicht wirklich schöner aus als vorher." Das habe sie selbst jedenfalls bei Charity-Veranstaltungen, auf die ihr Amt sie bisweilen führt, schon öfter gedacht.
aus http://www.n-tv.de

Schoenheitsoperation für die moderne Frau

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